Verbindende Kommunikation

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Aus der Ausbildung für Systemische Aufstellungen: “Öffnen für ein befreites Leben!”:

Verbindende Kommunikation

In Beziehun­gen scheit­ern die Kon­flik­te meist an der Art und Weise, wie wir kom­mu­nizieren. Beson­ders wenn Emo­tio­nen, Trig­ger, Ver­let­zun­gen stattge­fun­den haben, driften die Außen- und Innen­wahrnehmungen stark auseinan­der – wir ver­ste­hen uns schlicht weg nicht mehr. Wer ken­nt das nicht: Oft­mals ver­ste­hen wir von unser­er Partnerin/unserem Part­ner das GEGENTEIL von dem, was sie/er gemeint hat, aus­drück­en wollte. Und wir sind uns GANZ sich­er, dass wir es richtig ver­standen haben.
Die Kom­mu­nika­tion führt so nur zu oft in die Tren­nung statt in die Verbindung.

Die größte Wunde, die wir haben, ist die, nicht richtig gehört und gese­hen wor­den zu sein. Genau das ist gle­ichzeit­ig die gute Nachricht! Wir brauchen unserem Part­ner nicht zus­tim­men oder dessen Wün­sche erfüllen, son­dern ihm “nur” das stim­mige Gefühl ver­mit­teln, ihn richtig zu hören und zu sehen. Wir brauchen NICHT der­sel­ben Mei­n­ung sein und KEINE Wün­sche erfüllen! Das wird – wenn man sich vom andern richtig gese­hen und wahrgenom­men fühlt – fast neben­säch­lig. Es geht vor allem darum, den anderen in sein­er “Welt” ver­ste­hen zu ler­nen, auch wenn man selb­st andere Ansicht­en und Wün­sche hat! Danach find­et man erfahrungs­gemäß sehr leicht Ver­ständ­nis füreinan­der und echte Lösun­gen (falls es die dann über­haupt noch braucht). Oft­mals ist das sich vom anderen richtig und voll­ständig gehört fühlen schon die Lösung des Kon­flik­tes oder man kann in der so ent­stande­nen Verbindung den Kon­flikt auch erst mal wieder loslassen 😊.

Ich möchte euch für eure Kom­mu­nika­tion eine sehr hil­fre­iche und verbindende Kom­mu­nika­tion­s­meth­ode vorstellen, die von dem “Ima­go-Dia­log” und Mir­jam Schwemin inspiri­ert ist.

Diese scheint anfangs möglicher­weise etwas “gestelzt und gewollt”, ist aber enorm hil­fre­ich und verbindend, lässt uns den anderen viel bess­er ver­ste­hen und nimmt den Druck für den anderen anders sein zu müssen, als man ist. Nach ein paar­mal ausüben und ver­standen haben wird der Dia­log auch ein­fach und flüs­sig.

Wir set­zen uns gegenüber und vere­in­baren, wer zuerst A (Sender) und B (Empfänger) ist.
Zuerst spricht jed­er nacheinan­der ein paar wertschätzende Worte zum anderen aus um sich pos­i­tiv einzus­tim­men. Diese Wertschätzung kann auch aus der Ver­gan­gen­heit sein…

Dann spricht A in jew­eils erst mal ein­er kurzen Ein­heit (max. 5 Minuten) von der Kon­flik­t­si­t­u­a­tion aus sein­er Sicht.
Es ist sin­nvoll die Äußerun­gen mit ICH zu begin­nen und klar Fühlen und Denken zu beschreiben.
Dann wieder­holt (spiegelt) B das, was er gehört hat. Keine Inter­pre­ta­tio­nen oder eigene Mei­n­un­gen! Nur das gehörte wiedergeben.
A kann dann das wiederum gehörte kor­rigieren, falls es nicht dem entspricht, was A vorher aus­ge­drückt hat bzw. wegge­lassenes ergänzen. Es ist sehr hil­fre­ich Nach­sicht wal­ten zu lassen, wenn B das erst mal nicht so gut wiedergibt. Es geht hier nicht um Per­fek­tion!!!
Dann wiederholt/spiegelt B nochmal die Kor­rek­tur von A. Fühlt A sich jet­zt voll­ständig richtig gehört? Es wird solange kor­rigiert und wieder­holt, bis A das Gefühl hat, voll­ständig und richtig gehört wor­den zu sein.
Dann kann A den näch­sten Abschnitt des Erlebten aus­drück­en und so weit­er – bis alles zu dem Thema/dem Kon­flikt aus­gerückt und gespiegelt ist.

Dann fasst B das von A gesagte nochmal in Kurz­form zusam­men und fragt: “Habe ich dich jet­zt richtig ver­standen?” A kann hier auch nochmal kor­rigieren, falls das nicht ganz so ist und B wieder­holt das nochmal.

B kann jet­zt aus­drück­en, was sie/ihn an dem gesagten beson­ders berührt hat und ver­standen wor­den ist.

Dann schließen bei­de für ein paar Minuten die Augen und spüren nach. Bei­de kön­nen sich danach kurz aus­drück­en wie es ihnen geht.

Dann ist Wech­sel und der andere Part­ner spricht von sein­er Sichtweise des Kon­flik­tes und so weit­er wie oben beschrieben.

Am Ende drück­en bei­de nochmals ihre Wertschätzung für den anderen aus und wie die Stim­mung jet­zt miteinan­der ist.

Viele Spaß und Erfolg beim Anwen­den! Ich würde mich auch über Rück­mel­dun­gen sehr freuen!

Haben Sie diese Tipps und Beschrei­bun­gen inspiri­ert? Gibt es noch The­men, die Sie für Sich klären und ver­tiefen möcht­en? Haben Sie noch Fra­gen dazu?
Schreiben Sie mir hier einen Kom­men­tar, 
ich werde Ihnen antworten und evtl. auch Frage und Antwort hier (natür­lich anonym) veröf­fentlichen.

Her­zlich Grüße von:

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