Beziehungen sind Entwicklungsbeschleuniger

Beziehungen sind Entwicklungsbeschleuniger

Was sind die tief­er­en Beweg­gründe, warum wir ger­ade diese Part­ner­in, diesen Part­ner ken­nen­ler­nen? Was steckt dahin­ter?
Dazu möchte ich vor­erst etwas aus­holen:
Viele glauben, dass man das im Anderen ver­mutet, was einem fehlt. Die zweite Hälfte, mit der man zusam­men “Ganz” wer­den kann.
Aber weit gefehlt. Anziehen tun sich in der Tiefe nicht etwa Gegen­sätze, son­dern Gle­ich­es. Das ist das Gesetz der Res­o­nanz. Man kann nur mit etwas in Res­o­nanz gehen, was man gut ken­nt. Und wenn man sich ver­liebt, geht man VOLL in Res­o­nanz :-).
Wir erken­nen uns im Anderen (meist unbe­wusst) wieder. Die eige­nen Muster spiegeln sich im Anderen. Erst mal sehen wir allerd­ings die eige­nen Poten­tiale im geliebten Men­schen. Wir fühlen uns irgend­wie erkan­nt, haben über­raschend viel Ver­trauen zu einem Men­schen, den wir noch gar nicht ken­nen. Oft nen­nen wir das Ver­lieben See­len­ver­wand­schaft. “Wenn ich Dir in die Augen schaue, sehe ich mich selb­st wieder.” Auch die eige­nen guten Werte spiegeln sich.
Dadurch erleben wir Ver­liebtheit, Ver­trauen, sich ganz fall­en lassen kön­nen usw. Die wun­der­schöne Zeit hält meist 1–3 Jahre an. Das ist von der Natur gut aus­gedacht. Wie sollen uns ja zusam­men­tun, ein Nest bauen und uns reich­lich ver­mehren…
Doch nach der Ver­liebtheit­sphase kommt meist ein Erwachen. Die rosarote Brille ver­liert ihre wun­der­schöne Farbe. Es gibt erste Ent­täuschun­gen. “Du hast mir doch den Rosen­garten ver­sprochen!” Wir müssen meist unsan­ft erken­nen, dass es zumin­d­est teil­weise ein Trug­bild war, dem wir erlegen waren. Doch ein Men­sch mit so eini­gen Mack­en UND Mack­en, die wir oft selb­st auch haben und gar nicht mögen! Die Traum­frau, der Traum­mann fängt an, die unan­genehmen Seit­en von uns zu spiegeln. Dabei woll­ten wir uns doch in den jew­eils schö­nen Seite miteinan­der ergänzen und gemein­sam die hässlichen aus­blenden. Lei­der funk­tion­iert das nach einiger Zeit nicht mehr.
An dieser Stelle fan­gen Beziehun­gen oft an zu scheit­ern. Natür­lich nicht sofort, son­dern nach und nach zu zer­bröseln. Es kommt Ent­täuschung. Die zumin­d­est einge­bilde­ten Ver­sprechen sind nicht gehal­ten wor­den und wir find­en uns auf ein­mal in den alten Mustern wieder, die wir schon aus früheren Beziehun­gen ken­nen und denen wir doch mit diesem Part­ner ver­meintlich nicht mehr begeg­nen woll­ten.
Hier wird klar oder es kön­nte die Ver­mu­tung entste­hen, dass wir uns nicht nur in den pos­i­tiv­en Seit­en im Anderen ergänzen, son­dern auch in den neg­a­tiv­en. In den Schwächen und den alten ungeliebten Mustern. “Ich dachte, Du bist so stark! Jet­zt wirkst Du ganz anders, als es am Anfang den Anschein hat­te!” Oder so weib­lich oder immer so witzig und und und…
Sta­tis­tisch scheit­ern die meis­ten Beziehun­gen ohne Kinder nach der Ver­liebtheit­sphase, die mit Kindern hal­ten oft noch ein paar Jahre länger. Man hat sich ja was aufge­baut und die Kinder…
Warum erzäh­le ich das alles? Das klingt ja scheußlich!

Doch jet­zt kommt die wirk­lich gute Nachricht:
Jet­zt fängt die eigentliche Beziehung an! Man lernt sich wirk­lich ken­nen, ohne rosarote Brille. Und vor allem: Man schaut sich über den Anderen selb­st in die Tiefe der Seele. Das ist nicht immer schön!
Aber genau dieser Blick ist das wertvolle. Es ist der Dia­mant, der nur darauf wartete, gefun­den, gesäu­bert und geschlif­f­en zu wer­den!
Unsere inner­sten Wesen haben den Anderen aus­ge­sucht, da wir mit ihr/ihm am besten und schnell­sten WACHSEN kön­nen, uns genau da weit­er­en­twick­eln, wo die alten unschö­nen Muster in uns sind. Die ungeliebten Anteile warten sehn­süchtig darauf, von uns in den Arm genom­men zu wer­den. Sie wollen erlöst wer­den!
Unseren ungeliebten Anteile spiegeln sich in unseren Part­nern, um von uns entwick­elt zu wer­den — und dahin­ter, wenn es uns gelingt, diese anzunehmen und sog­ar dazu zu ste­hen (in der Öffentlichkeit am besten) und sie sog­ar zu küssen, ent­deck­en wir auf ein­mal die eige­nen wun­der­vollen Poten­tiale, die nur ver­wan­delt waren. Meist durch Kind­heit­ser­fahrun­gen ein so hässlich­es Gewand ange­zo­gen haben, dass wir das Schöne so ein­fach nicht mehr darin sehen kon­nten und sie nur noch loswer­den woll­ten.
Und jet­zt kommt die wirk­lich gute Nachricht: Da kommt der Part­ner als Entwick­lungs­beschle­u­niger daher und unter­stützt uns ein­fach durch sein So-Sein, den Dia­man­ten IN uns zu find­en. Und der Dia­mant ist nichts anderes als die Liebe…

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ich werde Dir antworten und evtl. auch Frage und Antwort hier (natür­lich anonym) veröf­fentlichen.

Her­zlich Grüße von

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